Interview: Antti Törmänen Interviews

12. Dezember 2018 – Pünktlich zur Natipause liefern wir euch ein Interview mit unserem Coach Antti Törmänen. Motto: Alles ausser Eishockey.

Hallo Antti! Du bist nun bereits für mehrere Jahre in der Schweiz, hast vor einigen Saisons den SCB trainiert und führst nun unsere Mannschaft seit vergangenem Dezember. Was sind die grössten Unterschiede zwischen der Schweiz und Finnland? Und zwischen den Finninnen und Finnen und Schweizerinnen und Schweizern?
Finnland ist vor allem im südlichen Teil sehr flach. Das kann man sich in der Schweiz gar nicht vorstellen. Das Klima in der Schweiz ist zudem angenehmer. Gerade die Winter können in Finnland sehr dunkel sein. Da ist es schon mal nur fünf Stunden hell, im Norden Finnlands sogar noch weniger lang.

Finnland ist sieben mal grösser als die Schweiz, hat aber mit 5,5 Millionen weniger Menschen. Es gehört zu den am dünnsten besiedelten Ländern Europas mit vielen Wäldern und Seen. Zudem hat es im Vergleich zur Schweiz Zugang zum Meer. 

Finninnen und Finnen haben bereits ab sieben Jahren ein Mobiltelefon und benutzen diese sehr oft, bspw. in den Pausen der Schule. Die Digitalisierung der Kommunikation ist in Finnland viel weiter. Du bekommst dort fast keine schriftliche Post mehr, viel läuft über E-Mails. Zudem sind in Finnland Käse und Milchprodukte sehr fettreich. Teilweise fettarme Käseprodukte, wie in der Schweiz, gibt es nicht.

Die Schweizerinnen und Schweizer sind allgemein höflicher. Ich habe das Gefühl, dass es die Menschen in der Schweiz bessere Manieren haben. Es war sehr seltsam, als wir während einer Wanderung in den Schweizer Bergen von überall «Grüessech», «Hallo» und «bonjour» gehört haben. Das gäbe es in Finnland nie. Die Finnen sind sehr direkt. Sie sagen immer, was sie denken...

Welche Bereiche des Lebens in der Schweiz magst du am liebsten?
Ich mag die Berge, das Klima, den Käse, die kurzen Distanzen. Man kann eine Stunde irgendwo hinfahren und siehst eine unglaubliche landschaftliche Vielfalt (Städte, Land, Berge, Seen etc.).

Ich mag zudem die Leute, mit denen ich zusammenarbeite. :-)

Und was vermisst du am meisten?
Die Eltern von mir und meiner Ehefrau, die Familie der Geschwister, die gemeinsamen Abendessen mit Familie und Freunden.

Du bist in Espoo aufgewachsen, das Teil des Grossraums Helsinki ist, mit insgesamt fast 1,5 Millionen Einwohnern. Du hast in Bern und Biel gearbeitet, die beide viel kleiner sind. Was sind die Unterschiede zwischen dem Leben in einer Metropolregion und kleineren Städte wie in unserer Region?
Es hat in Biel nicht annähernd so viel Verkehr. Im Grossraum Helsinki sind die Entfernungen viel grösser und die Autofahrten dauern viel länger. Hier in Biel finde ich alle Dienstleistungen, die ich benötige.

Welche Sehenswürdigkeiten des Seelandes würdest du deinen Verwandten zeigen?
Die Region Biel gefällt mir sehr gut. Ich würde die Weinbaugebiete am Bielersee zeigen, die drei Seen mit dem Boot erkunden. Wenn es in Biel bewölkt ist, würde ich nach Magglingen gehen, wo man die Alpen sehen kann, eine unglaubliche Aussicht! Zudem lassen sich hier wunderbare Fahrradtouren machen. Zeigen würde ich natürlich auch die Tissot Arena. 

Hast du während der regulären Saison frei? Und was machst du gerne, wenn du nicht arbeitest oder an Hockey denkst?
Die Sonntage sind normalerweise frei. Im Winter fahre ich gerne Ski, sonst mag ich es, mit dem Rennrad unterwegs zu sein und Tennis zu spielen. Das Wasser liegt mir ebenfalls sehr am Herzen. Ich geniesse die Zeit mit der Familie, das Kochen, gutes Essen usw.

Mit deinem neuen Vertrag bis 2021 bleibst du noch eine Weile in der Region. Welche Sprache wirst du zuerst lernen? Schweizerdeutsch oder Französisch?
Schwierige Frage. Es ist wichtig, dass der Trainer gut zuhören kann, also versuche ich, sowohl Schweizerdeutsch als auch Französisch zu verstehen. :-)

Interview: Mirio Woern

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