Interview: Sportchef Martin Steinegger Interviews

24. Februar 2017 – Interview: Sportchef Martin Steinegger

Der EHCB steht seit dem Sieg gegen Genf definitiv in den Playoffs: Wie bist du mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden?
Wenn man sich vier Runden vor Schluss für die Playoffs qualifiziert, kann man nur zufrieden sein. Trotz dieses grossen Erfolges war es eine turbulente Qualifikation, mit dem negativen emotionalen Höhepunkt des Trainerwechsels. Schlussendlich sind wir erleichtert, dass der Wechsel Wirkung gezeigt hat. Wir haben die nötigen Punkte gemacht und uns die Playoffqualifikation erarbeitet.

Wie lässt sich der grosse Unterschied zwischen letzter und der diesjährigen Saison erklären?
Es gibt meines Erachtens drei Gründe. Wir haben im Sommer doch einige Änderungen vorgenommen im Kader, einzelne Positionen haben wir dadurch verstärken können. Die Ausländer, aber auch Jonas Hiller, Julian Schmutz, Jan Neuenschwander und Marco Pedretti haben eingeschlagen. Zweitens haben viele Spieler, die bereits letztes Jahr da waren, eine grosse Leistungssteigerung vollbracht. Schon nur in der Defensive sind Spieler wie Wellinger, Sutter und insbesondere Fey mit viel mehr Selbstvertrauen unterwegs. Viel wichtiger als die personellen Verstärkungen ist aber der exzellente Teamgeist. Man sieht in jedem Spiel, dass die Solidarität sehr hoch ist. Wie viele Schüsse schon während der ganzen Saison, vom kleinsten bis zum grössten, vom ältesten bis zum jüngsten Spieler, geblockt werden, ist sehr eindrücklich und zeigt, dass jeder jeden unterstützt und der Teamgedanke im Vordergrund steht.

Wer oder was hat dich am meisten überrascht diese Saison?
Viele Spieler haben Fortschritte gemacht, die Stärke ist aber sicher das Kollektiv. Wir haben acht Spieler, die mehr als 10 Tore geschossen haben. Diese Ausgeglichenheit ist auch auf den bereits erwähnten Teamgeist zurückzuführen. Wir haben diesen Aspekt im letzten Jahr vielleicht etwas unterschätzt. Nach dem Abgang von langjährigen und für die Mannschaft wichtigen Spielern wie Emanuel Peter, Manuel Gossweiler oder Kevin Gloor fehlte die interne Hierarchie wohl bis zu einem gewissen Punkt. Diese Saison sind viele Spieler in neue Rollen hineingewachsen, haben Verantwortung übernommen.

Wie weit ist die Planung für die nächste Saison fortgeschritten?
Die Planung ist zwar noch nicht abgeschlossen, aber doch schon recht weit fortgeschritten. Einzelne Positionen sind noch offen. Stand heute sind wir gut aufgestellt für die nächste Saison. Diese Saison hat gezeigt, dass es wertvoll ist, über fünf Ausländer zu verfügen, so dass verletzungsbedinge Ausfälle kompensiert werden können. Aus sportlicher Sicht ist der Wunsch sicher gross, dass wir dies auch in der nächsten Saison so handhaben. Ob dies finanziell drinliegt, ist aber zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht klar. 

In den letzten Wochen haben auch die Junioren des EHCB positive Schlagzeilen gemacht, sie sind alle gut in Fahrt. Welche Perspektiven hat die Bieler Nachwuchsbewegung?
Sehr gute, wir sind überzeugt von unserem Weg und wollen diesen weitergehen. Wir haben das Ziel, in den nächsten Jahren junge Spieler in die NLA zu integrieren. Dafür braucht es aber auch die Geduld und das Vertrauen der Junioren in die Klubführung. Ein kanadischer Trainer hat mal gesagt, dass er noch nie einen jungen Spieler gesehen hat, der zu spät in das Fanionteam hochgenommen wurde, aber sehr wohl Spieler die zu früh integriert wurden. Es braucht also auch eine Portion Geduld. Ist diese vorhanden, werden wir in Zukunft viele gute junge Spieler integrieren können.

Interview: Mirio Woern
Foto: Keystone

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