Home » Aktuell » Interview der Woche » Interview der Woche: Charlotte Gruner / Ralph-Ingo Hassink
Mittwoch, 19. Juni 2013
Interview der Woche: Charlotte Gruner / Ralph-Ingo Hassink

Charlotte Gruner Zentrumsleiterin Z.E.N. und Dr. Med Ralph-Ingo Hassink über ZEN und das Charity-Game


Was ist das Z.E.N.?

Die Abkürzung steht für: Zentrum für Entwicklungsförderung und pädiatrische Neurorehabilitation der Stiftung Wildermeth Biel. Das Z.E.N. ist ein eigenständiges regionales Kompetenzzentrum für Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit angeborenen und erworbenen Hirnschädigungen. Das Z.E.N. teilt sich in zwei Bereiche auf: in einen ambulanten und einen stationären Teil. Im ambulanten Bereich des Z.E.N., der medizinisch-therapeutischen Beratungsstelle, werden jährlich etwa 2000 Kinder mit „besonderen Bedürfnissen“ untersucht. Dabei geht es vor allem darum herauszufinden, warum die Entwicklung eines Kindes z.B. auffällig ist, es nicht richtig sprechen kann, seine Bewegungen so „gstabig“ sind. Mit Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie stehen Therapien am Z.E.N. zur Verfügung, um die Entwicklung der Kinder positiv zu beeinflussen.

Im stationären Teil des Z.E.N. wohnen 12 vollzeitlich oder teilzeitlich betreute Kinder und 12 junge Erwachsene mit einer schweren Mehrfachbehinderung. Diese werden umfassend medizinisch- therapeutisch betreut und heilpädagogisch gefördert. Das Z.E.N. wird von der Stiftung Wildermeth getragen und von der Gesundheits- und Fürsorgedirektion GEF des Kantons Bern mitfinanziert. Das Zentrum wird zweisprachig geführt und versorgt schwerpunktmässig die Region Biel-Seeland, den Berner Jura, den Oberaargau und die angrenzenden Kantone Jura, Neuenburg, Solothurn und Freiburg.

Wir spielten letzten Samstag das Charity-Game. Wie kam der Kontakt zustande?
Der Kontakt kam über den Spielervertreter Emanuel Peter zustande, der sich im Auftrag der Mannschaft Gedanken gemacht hat zum Charity-Game des EHC Biel für die Saison 2011/2012. Seine Idee war, dass der EHC Biel etwas zu Gunsten der Region Biel  unternimmt, und so kam er auf unsere Institution, das Z.E.N.  Der Marketing Direktor des EHC Biel, Adrian Marti, brachte es auf den Punkt: „ Fight for Biel nicht nur auf dem Eis, sondern auch für eine „humanitäre Einrichtung der Region“.
Emanuel Peter konnte seine Mitspieler dafür begeistern, an Aktivitäten des Z.E.N. teilzunehmen und Einblicke in die Welt der Behinderten zu gewinnen.

Über das Charity-Game und Z:E.N. wurde in den Medien berichtet. Was hat das für Folgen für die Stiftung?
Durch die Publicity vor, während und auch nach dem Charity-Game hat das Z.E.N. natürlich an Bekanntheitsgrad gewonnen. In der medizinisch-therapeutischen wie auch in der pädagogischen Fachwelt hat das Z.E.N. sich etabliert, nun hat mit dem Kontakt und dem Sponsoring des EHC Biel wohl ein weiterer Teil der Bevölkerung von Biel-Seeland das Z.E.N. und seine Arbeit wahrgenommen. Dass die starken, robusten und vor Gesundheit nur so strotzenden Spieler des EHC sich den schwächsten Mitgliedern unserer Gesellschaft annehmen und in der Begegnung mit ihnen keine Berührungsängste zeigen, hat sicherlich den einen oder anderen – nicht nur Fan vom EHC Biel – bewegt. Wir hoffen sehr, dass dadurch das Interesse steigt, sich mit Menschen mit besonderen Bedürfnissen auseinanderzusetzen. Vielleicht besucht auch der eine oder andere die Homepage des Z.E.N., um sich über das Dienstleistungsangebot zu informieren.

Einige Kinder und junge Erwachsene waren mit unseren Spielern auf dem Eis während eines Trainings und die Spieler waren zu Besuch beim Z.E.N. Wie wichtig sind solche Erlebnisse für die Kinder?
Die Kinder und jungen Erwachsenen der Wohngruppen Z.E.N. wie auch die Kinder des heilpädagogischen Kindergartens des Z.E.N. haben es sehr genossen, an den Trainings der EHC Biel Spieler teilzunehmen. Es hat sich ihnen eine ganz neue Welt geöffnet, zu welcher sie normalerweise keinen Zugang haben. Im Rollstuhl über das Eis von den EHC Biel Spielern geschoben zu werden, die Kälte zu spüren, die Energie, das Training, das „Knallen“ des Pucks an die Bande usw. sind für sie  unvergessliche und bereichernde Eindrücke.

Gibt es weitere Aktivitäten mit dem EHC Biel?

Viele Spieler waren durch den Einblick ins Z.E.N. und durch den Kontakt mit den Kindern so begeistert, dass sie sich für weitere Aktivitäten im Februar und März eingeschrieben haben. Sie werden von begeisterungsfähigen Kindern und erwartungsvollen MitarbeiterInnen erwartet.

Wie haben Sie den Match erlebt?
Der sehr wichtige Match des EHC Biel gegen Servette Genf  war dramatisch, lebendig, lebte von tollen Spielzügen und dramatischen Torszenen.  Die EHC Biel Spieler zeigten sich sehr kämpferisch, und es war vorbildlich, wie sie trotz mehrmaliger Unterzahl den Vorsprung über die Zeit gerettet haben. Es war wirklich ein „Fight for Biel“ und zudem als Charity-Game ein „Fight for the Z.E.N.“.

Haben wir neue EHC Biel Fans gewonnen?

Durch das Auftreten der EHC Biel Spieler im Z.E.N. und für das Z.E.N. auf dem Eis hat der Club viele neue Fans gefunden. Dieses Engagement des EHC Biel ist vorbildlich, berührend und eindrücklich. Das Z.E.N. als Institution ist zu einem neuen, grossen und treuen Fan des EHC Biel geworden . Es gilt an dieser Stelle auch noch eine Gemeinsamkeit festzuhalten: beide, der EHC Biel und das Z.E.N., haben die Farben gelb und rot im Logo.