Home » Aktuell » Interview der Woche » Interview der Woche: Masseurin Manuela Ganz
Mittwoch, 22. Mai 2013
Interview der Woche: Masseurin Manuela Ganz

Manu über Ihre Arbeit als Masseurin in der Männerdomäne Eishockey

Manuela, erzähle uns doch einmal wie ein gewöhnlicher Arbeitstag bei dir aussieht!
Ich denke, dass es einen solchen eigentlich gar nicht gibt :) Dies hängt zum einen davon ab, ob es ein Tag während der Saison ist oder im spielfreien Sommer und wenn in der Saison, ob es ein Match-, oder Trainingstag ist. Doch diese Vielseitigkeit ist genau ein Teil, welcher mir an meiner Arbeit beim EHCB gefällt! Grundsätzlich kann man aber sagen, bin ich im Winter für die Getränke und Verpflegung, die medizinische Versorgung (soweit mir möglich) und die Massagen natürlich, während dem Training und am Match verantwortlich!

Du hast den Arbeitstag während dem spielfreien Sommer erwähnt; was gibt es da für dich zu tun?
Generell muss ich sagen, dass ich während dem Sommer zum grossen Teil Ferien habe und meine Überstunden vom Winter abbauen kann. Dies ist natürlich sehr schön! Doch auch im Sommer stehe ich den Spielern während dem Sommertraining als Masseurin zur Verfügung. Denn genau hier werden die Grundlagen für den Winter gelegt, was mit grossem und intensivem Trainingaufwand verbunden ist, welcher die Muskulatur natürlich sehr belastet. Zudem geht es ab Anfang Juli auch darum die Räumlichkeiten im Stadion wieder für die neue Saison vorzubereiten und die Ausrüstung zusammenzustellen. Darum kann es gut sein, dass ich schonmal mit malen, putzen, Helme bekleben oder sonstigen Arbeiten beschäftigt bin, um unseren Materialwart zu unterstützen!

Du bist nun die 3. Saison beim EHCB dabei. Wie nimmst Du Veränderungen wahr?
Ich denke über die 3 Jahre hindurch sind wir als Staffteam ein sehr eingespieltes Team geworden in dem man sich auf jeden jederzeit verlassen kann, was es sehr angenehm macht in diesem Team zu arbeiten. In diesem Zusammenhang einmal ein riesen Dankeschön an alle im Hintergrund die zum gelingen der Saison, in welcher Form auch immer, beitragen. Seien dies Ärzte, Physios, Masseure, Statistiker, Sekretariate, Medienverantwortliche, Eismeister, Freiwillige im Stadion, etc. Jede Arbeit ist wichtig!
Zudem wurde auch die Infrastruktur im Stadion weiter optimiert, soweit dies möglich war bei diesem alten Gebäude, was die Arbeit um einiges einfacher und angenehmer machte.
Aber bitte frage mich nicht was sich hockeyspezifisch verbessert hat, da enthalte ich mich meiner Meinung, da ich zuwenig bis gar keine Ahnung habe :)

Was würdest Du als Dein schönstes Ereignis mit dem EHCB bezeichnen?
Das erreichen der Playoffs in der letzten Saison.

Normalerweise ist Dein Beruf eher eine Männerdomäne im Eishockeysport. Wie kommst Du damit klar?
Sehr gut denke ich, sonst wäre es kaum meine dritte Saison, welche ich in Angriff nehmen würde ;-) Klar muss man schon manchmal ein dickes Fell haben und das Göschenen-Airolo Prinzip (zum einen Ohr rein, zum anderen raus) anwenden, aber generell ist es sehr angenehm in diesem Team zu arbeiten. Es herrscht meistens eine gutgelaunte und positive Stimmung und es wird auch viel gelacht!

Gibt es irgendein Ereignis welches Du nie vergessen wirst?
Uh da gibt es drei!

Zum einen meinen allerersten Match als Betreuerin, als in der ersten Drittelspause schon ein Spieler mit blutenden Knöcheln an beiden Händen zu mir kam. Wir spielten damals in der Saisonvorbereitung gegen Lausanne, nachdem wir die Saison zuvorim 7. Spiel der Ligaquali gegen sie den Ligaerhalt sichern konnten. Ich hatte also kaum Eingewöhnungszeit bis es richtig losging :)

Als zweites wird mir immer das Spiel gegen Davos in der letzten Saison in Erinnerung bleiben, welches wir verloren und trotzdem feststand, dass wir die Playoffs erreichen werden. Das Gefühl der Erleichterung unser Ziel endlich erreicht zu haben war genial!

Und als drittes werde ich nie den Abschied von Stoney und Bords nach dem letzten Playoffspiel gegen Zug vergessen. Ein sehr emotionaler Moment, v.A. als Stoney's Sohn tränenüberströmt zum Papi aufs Eis konnte!


Boulevardfrage (weisch ja weli, oder?:) )
Roger Federer

 

Interview: Chris Habegger
Übersetzung D/F: Pierre-Alain Chopard