|

Tyler über den Lockout, die Fans und den EHCB!
Tyler, warum hast Du ausgerechnet den EHC Biel während des NHL-Lockouts gewählt?
Als ich erfahren habe, dass der Lockout Tatsache wird, wollte ich nicht lange warten und wollte spielen. Immerhin war es für mich die längste Off-Season seit 4 Jahren. Ich habe meinem Agent gesagt, dass ich nicht in die KHL nach Russland will und in Europa spielen möchte. Ich habe mich dann über die Schweizer Liga informiert und mir gefiel was ich dort gesehen habe. Vom EHC Biel war ich angetan, weil das Team mit jungen Spieler hervorragend arbeitet.
Am vergangenen Samstag hast Du seit langer Zeit wieder einen Ernstkampf bestritten. Wie sind Deine Eindrücke? Ja das war nicht so einfach. Wie bereits oben erwähnt, hatte ich eine sehr lange Zeit ohne Eishockey und bis die Abstimmungen stimmen dauert es schon noch eine Weile. Aber ich fühle mich immer besser. Es ist natürlich schon hart, so quasi ohne wirklichen Vorbereitungsmatch oder ohne längere Trainingseinheiten gleich aufs Eis zu kommen. Aber es wird gut kommen und mir gefällt diese Liga. Es macht Spass zu spielen, denn das Spiel ist hier enorm schnell.
Die Eisfläche ist bedeutend grösser hier als Du es aus Boston gewöhnt bist. War das wirklich eine grosse Umstellung? Klar, das ist eine grosse Umstelllung, denn im Prinzip geht es hier um Zeit. In der NHL auf dem kleinen Feld hat man weniger Zeit die Scheibe anzunehmen. Das Zeitmanagement in gewissen Situationen ist völlig anders, aber da kommt man schnell rein. Es braucht eine Weile bevor alles rund läuft.
Wo siehst Du die grössten Unterschiede zur NHL? Es ist eben alles grösser und breiter und das verändert das ganze Spiel. Die Spieler hier sind körperlich etwas kleiner als in Nordamerika aber sie sind schnell und wendig. Da die Eisfläche grösser ist gibt es immer schöne Breakaways und lange, schöne Spielzüge. Das war und ist eine tolle Erfahrung. Das Spiel hier ist sehr schnell - ich bin gespannt was ich noch alles erleben werde.
Was denkst Du persönlich über den Lockout? Ich finde das gar nicht toll für die Fans, denn dank ihnen haben wir unsere Jobs. Nun können sie nicht einmal mehr an ein Spiel kommen. Ich hoffe doch sehr, dass es für beide Parteien eine faire Lösung gibt und wieder Hockey gespielt wird.
Wurdest Du in Biel vom Team und den Fans gut aufgenommen? Das war toll. Sensationell sogar. Ich hatte schon ein gutes Gefühl als ich unterschrieben habe, aber die Realität hier war dann noch einmal anders. Viel besser als ich erwartet hätte. Die Fans sind toll und laut und im Team hat's sehr nette Kollegen. Ich hoffe, dass ich mit ihnen den Kontakt auch aufrecht erhalten kann, wenn ich dann mal wieder drüben spiele. Ich fühle mich wohl hier.
Du hast ja schon etwas von Biel gesehen. Gefällt's dir? Ja ich finde die Stadt cool. Logischerweise ist für mich alles anders hier als zu Hause und es ist definitiv eine andere Welt für mich. Aber eine Schöne :-)
Wann hast Du denn mit dem Eishockey begonnen und warum hast Du diesen Sport gewählt? Oh, ich begann damit als ich noch sehr klein war. Meine Familie ist hockeyverrückt. Mein Vater spielte und sogar meine Onkels, da war es klar. Ist also schon genetisch vererbt :-)
Mit 20 Jahren bist Du noch sehr jung aber hast schon sehr viel erreicht und gehörst zu den gefragtesten Spielern. Wohin soll Deine Reise gehen? Der grösste Erfolg ist der Sieg des Stanley Cups mit den Boston Bruins. Keine Frage. Aber ich denke, ich habe mein Potenzial noch nicht ausgeschöpft und will immer besser werden und noch mehr gewinnen. Ich muss hart an mir arbeiten um alles zu erreichen, aber ich habe den Willen dazu.
Interview: Christoph Habegger Übersetzung E/D: Christoph Habegger Übersetzung D/F: Pierre-Alain Chopard |