Interview: Martin Steinegger Interviews

17. Januar 2020 – Interview: Martin Steinegger

Wie sieht es momentan an der Verletztenfront aus?
Leider kann ich noch keine Entwarnung geben, unsere Langzeitverletzten machen täglich Fortschritte, doch mit einem unmittelbaren Comeback ist bei Keinem zu rechnen.
Luca Cunti ist nach seiner Gehirnerschütterung wieder im Training, musste aber leichte Rückschläge in Kauf nehmen. Der Heilungsverlauf einer Gehirnerschütterung ist schwer vorhersehbar, daher ist eine Prognose für die Rückkehr in das Spielgeschehen schwierig zu stellen.

Wurde die Belastung durch Meisterschaft, CHL und Cup falsch eingeschätzt und dadurch Fehler in der Kaderplanung / Grösse gemacht?
Mit der erstmaligen Teilnahme an der CHL betraten wir Neuland und konnten vielfältige Erfahrungen sammeln, die uns in der Zukunft zu Gute kommen werden. Negativ sind sicher die Verletzungen zu erwähnen. Mit Brunner und Fuchs verletzten sich zwei Leistungsträger in CHL-Spielen vor Beginn der Meisterschaft. Dies hätte auch in Vorbereitungsspielen passieren können, daher verbinde ich diese beiden konkreten Fälle nicht mit der Zusatzbelastung CHL. Leider wurden wir im weiteren Verlauf der Saison immer wieder von Verletzungen geplagt, gepaart mit dem Spielplan der verschiedenen Wettbewerben inkl. Nationalteams, führte das zu einer Belastung an der obersten Grenze des Zumutbaren für einzelne Spieler. Rückblickend muss ich sagen, dass wir unsere Kadergrösse wohl zu knapp bemessen haben. Gerade während der intensivsten Spielphase hätte eine Rotation im Line up nur positive Auswirkungen auf das Leistungsvermögen der Mannschaft gehabt.

Daher der Zuzug von Valentin Nussbaumer?
Klar sagten wir nicht «Nein» als ein möglicher Wechsel von Valentin zu uns realisierbar schien. Sein Agent hat mich nach der Junioren WM kontaktiert und einen möglichen sofortigen Wechsel von Valentin in den Raum gestellt. Unser Interesse war umso grösser da wir uns ja bereits für einen Vertrag für die Saison 2020/21 geeinigt hatten. Da aber Valentin noch in Nordamerika unter Vertrag stand, musste das Einverständnis von seinem Club für einen Wechsel vorliegen. Nach zähen Verhandlungen konnte eine gütliche Einigung erzielt werden. Um irgendwelchen Gerüchten und Halbwahrheiten vorzubeugen, kann ich die bezahlte Ablösesumme auch nennen. Wir bezahlten CHF 22'500 für die sofortige Freigabe an seinen Vertragsclub. Alle drei involvierten Parteien suchten gemeinsam eine Lösung und waren bereit Abstriche zu machen. Nun sind wir glücklich, dass uns Valentin bereits jetzt zur Verfügung steht.

Schiedsrichterentscheide waren ein grosses Thema in den letzten Wochen. Deine Meinung dazu?
Heikles Thema. Ich möchte nicht den Anschein erwecken, dass unsere Negativserie auf schlechte Schiedsrichterleistungen zurückzuführen ist. Wir haben die Spiele selber vergeigt. Sei es durch individuelle technische Schnitzer, ungenaue Ausführungen oder auch die ein oder andere Undiszipliniertheit. Kumulierend kam halt hinzu, dass auch einige unglückliche Schiedsrichterentscheide zu Stande kamen. Aber solange wir nicht fehlerfrei spielen, müssen wir uns nicht über Einflüsse von aussen beschweren, welche wir ohnehin nicht ändern können. Sowie am Anfang der Saison die entscheidenden Pucks reingefallen sind, haben wir auch von Schiedsrichterleistungen profitieren können. Momentan ist beides halt umgekehrt. Wollen wir aus unserer Misere rauskommen, gibt es keinen Platz zum Jammern oder Zaudern. Wir müssen auf unsere Leistungen schauen und diese optimieren, Punkt!

Welches sind, deiner Meinung nach, die drei Schlüssel zu einem positiven restlichen Saisonverlauf?

  1. Fokus und Konzentration auf die Bereiche, welche wir beeinflussen können.
  2. Leidenschaft im Training und Spiel. Durch die vielen Spiele hatte ich den Eindruck, dass die Leidenschaft ein bisschen gelitten hat. Die Leidenschaft ist das Herz und die Lunge der Mannschaft, diese gilt es wieder uneingeschränkt zu entfachen.
  3. Glaube und Vertrauen an und in unsere Fähigkeiten.