Interview: Stefan Ulmer Interviews

19. August 2019 – Wir präsentieren den EHCB-Fans auf unserer Homepage die Neuzuzüge auf die kommende Saison: Heute im Interview unsere neue #33 Stefan Ulmer.

Ciao Stefan! Es gibt relativ viele Vorarlberger, die ihre Juniorenzeit in der Schweiz und nicht in Österreich verbringen. Wie erklärst du dir das?
In der österreichischen Liga ist es mit der Ausländerregelung relativ schwierig einen Platz in der obersten Liga zu ergattern. Momentan sind noch elf Ausländer pro Team erlaubt, früher waren es aber noch 14. Viele Österreicher, die in der Schweiz spielen, haben ihre Jugend mehrheitlich hier verbracht, wir Vorarlberger sind dementsprechend fast eher Schweizer als Österreicher (lacht). Wir spielen von klein auf in der Schweiz, wechseln in jungen Jahren nach Davos, Zürich oder nach Kloten. Die Schweiz ist wie eine zweite Heimat. Die Ausbildung in der Schweiz ist besser, du wirst stärker gefördert als in Österreich. In der Schweiz schaffen relativ viele junge Spieler den Schritt in die National League, in Österreich ist das leider noch nicht so oft der Fall.

Du hast vor etwa einem Jahrzehnt drei Saisons für die Spokane Chiefs in der kanadischen Juniorenliga WHL absolviert. Was hast du mitgenommen von diesen drei Jahren?
Es war eine coole Zeit. Im ersten Jahr haben wir alles gewonnen, hatten eine tolle Mannschaft und einen guten Trainer. Es war ein erster Schritt Richtung Profitum, ich konnte sehr viel lernen, auch in der High School neben dem Eishockey. Mental konnte ich auch profitieren von diesem Schritt.

Die letzten neun Jahre hast du in Lugano verbracht. Wieso der Wechsel zum jetzigen Zeitpunkt?
Es war Zeit, den HC Lugano zu verlassen. Letztes Jahr hatte ich wenig Eiszeit, das Jahr zuvor relativ viele Verletzungen. Zwischendurch braucht man frische Luft, muss man sich wieder neu beweisen, neue Motivation gewinnen. Es war sicher nicht ganz einfach, nach neun Jahren das Tessin zu verlassen. Aber ich denke, dass es der richtige Moment war.

Was hat dich dazu bewogen, zum EHC Biel zu wechseln?
Ich hatte sehr gute Gespräche mit Damien Brunner, hatte Kontakt mit Marco Maurer. Raphael Herburger und mein Bruder Martin Ulmer haben schon hier gespielt und mir nur Gutes über den Club und die Stadt erzählt. Ich habe mich gut eingelebt, in der Mannschaft haben wir einen genialen Teamgeist. Das neue Stadion ist zudem absolut genial. Biel ist sicher eine Topadresse in der Schweiz. Die letzten Jahre haben gezeigt, dass es in Biel stets aufwärts gegangen ist. Wir müssen diesen Weg jetzt weiterverfolgen.

Was erwartest du von dieser Saison?
Das ist schwierig zu sagen. Wir müssen da sicher die ersten Meisterschaftsrunden abwarten, dann sehen wir wo wir stehen. Wir haben sicher Qualität in der Mannschaft. Wichtig ist es, die Playoffs zu schaffen. Anschliessend ist alles möglich. Favoriten tun sich in der Qualifikation oft schwer und in den Playoffs sind sie dann voll bereit. Es muss dann einfach alles im richtigen Moment zusammenpassen.

Du lebst nun schon einige Monate hier in der Region. Hast du das Seeland schon etwas erkundet?
Ja, ich habe meinen Scooter mitgenommen aus Lugano und bin beispielsweise schon rund um den Bielersee gefahren. Wir waren auch schon auf dem See am Segeln mit ein paar Jungs der Mannschaft. Das Wetter war auch gut, vielleicht nicht so heiss wie im Tessin, aber das kommt mir eher entgegen. Ich bin nicht so der Badeweltmeister, wenn man meinen Hauttyp sieht (lacht). Für mich ist es wichtig, die Unterstützung der Fans zu spüren. In Lugano waren die Fans sehr emotional, im Positiven wie auch im Negativen. Ich bin gespannt auf die Unterstützung in der Tissot Arena, wie sie reagieren, wenn wir mal in einem Loch sind oder wenn wir schöne Siege feiern.

Interview: Mirio Woern

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