Interview: Yannick Rathgeb Interviews

12. August 2019 – Wir präsentieren den EHCB-Fans auf unserer Homepage die Neuzuzüge auf die kommende Saison: Heute im Interview unsere neue #27 Yannick Rathgeb.

Ciao Yannick! Du bist im Kanton Bern in Langenthal aufgewachsen. Was für Erinnerungen zum Seeland und zu Biel hast du?
Als ich Junior war, sind wir jeweils noch in den alten Hexenkessel, das Bieler Eisstadion, gekommen. Das alte Stadion vergisst man nicht so schnell. Damit verbinden würde ich sicher auch die Zeit mit Kevin Schläpfer, der Biel während Jahren geprägt hat.

Nach deiner Juniorenzeit im Oberaargau bist du für zwei Jahre in die nordamerikanische Juniorenliga OHL gegangen, die letzte Saison hast du in der AHL verbracht. Was kannst du aus den Jahren in Nordamerika mitnehmen?
Ich habe mental sicher viel gelernt und auch gemerkt, dass es gerade dort drüben wirklich ein Business ist. Jeder schaut schlussendlich auf sich. Du kannst jederzeit zu einem anderen Team transferiert werden. Sportlich gesehen geht es auf dem Eis härter zu als in der Schweiz. Auf der kleinen Eisfläche musst du gerade defensiv rücksichtsloser vorgehen. Vor dem Tor darfst du dir dort viel mehr erlauben. Auch betreffend der Erholung kannst du viel lernen. In der OHL hatten wir 68 Spiele, in der AHL sind es 75. Auch wenn ich nicht jedes Spiel auf dem Eis stand, war ich doch auf allen Reisen und in allen Trainings dabei. Du lernst deinen Körper besser kennen und weisst dann, was es braucht, um in einer sehr guten Verfassung zu sein. Wenn du eine lange Karriere haben möchtest, ist das sicher ein zentraler Aspekt. 

Du hast es erwähnt, letztes Jahr hast du in der AHL nur einen Teil der Spiele absolvieren dürfen. Wie bist du damit umgegangen?
Zu Beginn der Saison war es relativ schwierig, mental war ich sicher etwas im Keller. Ich habe mich dann aber davon erholen können und das Positive gesehen. Ich hatte so mehr Zeit auf einzelne Details zu achten, konnte mehr im Kraftraum trainieren, konnte viel mit dem Skillscoach arbeiten. Auch bezüglich der anstehenden Saison konnte ich so sicher profitieren. Mental habe ich dann versucht, eine Balance zu finden. Wenn ich spielte, wollte ich nicht gleich in ein Hoch geraten, wenn ich wieder mal zusehen musste aber auch nicht in ein Loch fallen.

Nach der Saison in Bridgeport hast du dich entschieden, in die Schweiz zurückzukehren. Was hat dich zu diesem Entscheid bewogen?
Für mich war es klar, dass ich nicht mehr im gleichen Team spielen wollte wie letztes Jahr. Als ich auf der Waiver-Liste war, hat zwar ein anderes Team Interesse angemeldet, aber die haben in Nordamerika leider auch nie mein volles Potential sehen können, da ich beispielsweise fast nie im Powerplay spielen durfte. Ich wollte nicht noch einmal eine solche Saison erleben. Es ist der richtige Zeitpunkt um das Abenteuer Nordamerika zu unterbrechen und wieder zu einem normalen Rhythmus zurückzufinden. Langfristig möchte ich es aber schon noch einmal in Nordamerika versuchen.

Wieso hast du dich bei deiner Rückkehr für den EHC Biel entschieden?
Der EHCB hat in den letzten Jahren sehr viele Fortschritte gemacht. In den letzten beiden Jahren hat sich das auch ausbezahlt mit den beiden Halbfinals. Ich wollte zudem das Gefühl haben, dass mich der Club unbedingt will, was in Biel der Fall war. Zudem gibt es bei uns mit Stefan Ulmer und mir nur zwei Verteidiger mit rechter Stockhand. Ich kann hier also sicher eine gute und wichtige Rolle übernehmen.

Wie ist deine Vorbereitung verlaufen?
Ich habe sie in Bern bei Samuel Boehringer, dem Off-Ice-Coach der Schweizer Eishockeynationalmannschaft, zusammen mit Nico Hischier absolviert. Vor einem Jahr habe ich mir das Schlüsselbein gebrochen und das anschliessende Sommertraining war lang. In diesem Jahr war es viel kürzer, aber sehr intensiv. Ich fühle mich so fit wie noch nie.

Mit welchen Zielen steigst du in die neue Saison?
Ich möchte mich so rasch wie möglich mit dem System von unserem Coach vertraut machen, mich in die Mannschaft einfügen. Der erste Eindruck ist sehr gut, wir haben wirklich eine coole Truppe. Spass zu haben ist wichtig und Spass hat man natürlich auch und vor allem wenn man Erfolg hat.

Interview: Mirio Woern

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