Ciao Ian, Du stehst stellvertretend für zahlreiche EHCB-Spieler in Krücken vor mir. Wie geht es dir?
Das ist schwierig zu beschreiben. Es ist sicher eine mühsame Situation, aber ändern kann ich es nicht mehr und ich muss positiv bleiben. Ich werde versuchen stärker zurückzukommen. Der tolle Support vom ganzen Staff und meinen Mitspielern hilft mir sehr. Es braucht jetzt viel Geduld und Durchhaltewillen.
Wie ist es zu deiner Verletzung gekommen?
Das war im Spiel gegen Zug, eine dumme Situation an der Bande in der Defensivzone. Ich habe mit dem Schlittschuh angehängt, dabei hat es mir den Fuss verdreht und ich fiel mit dem ganzen Körpergewicht auf den Fuss und habe dabei rasch gemerkt, dass irgendetwas nicht gut ist. Es stellte sich dann heraus, dass das Syndesmoseband kaputtging.
Du hast den Support vom Staff angesprochen. Was für Möglichkeiten zur Rehabilitation hast du?
Ich gehe oft in die Physiotherapie, zuhause kann ich den Fuss kühlen und hochlagern. Zudem sind leichte Mobilisationsübungen möglich. Immerhin den Oberkörper kann ich fast normal trainieren, bei den Beinen ist es momentan eher ein Mobilisieren.
Zurzeit fehlen dem EHCB acht Spieler verletzungsbedingt, teilweise auch über mehrere Monate. Wie nahe seid ihr acht noch am Team in dieser Phase?
Am Spieltag selber haben wir eher wenig Kontakt. Im normalem Trainingsbetrieb sind wir dann aber ziemlich nah, in der Garderobe vor oder nach dem Training. Wir haben zwar einen etwas anderen Rhythmus durch die Physiotherapie oder Massagen, aber man sieht sich dann bspw. im Kraftraum oder beim Mittagessen.
Wie schwer ist es für dich von der Pressetribüne aus die Spiele verfolgen zu müssen?
Es ist immer schwierig, nicht eingreifen zu können. Aber es fühlt sich anders an, als wenn man gesund und einsatzbereit wäre. Ich versuche, nicht zu viel Energie zu verschwenden mit Gedanken an Dinge, die ich nicht ändern kann. Während den Spielen bin ich fast nervöser, als wenn ich selber unten auf dem Eis oder der Spielerbank bin. Ich bin definitiv lieber unten! (lacht)
Der Saisonstart verlief alles andere als optimal. Wie geht die Mannschaft mit dieser schwierigen Situation um?
Wir haben einen sehr guten Teamzusammenhalt, jeder versucht dem anderen zu helfen. Den Saisonstart können wir nicht mehr ändern, wir müssen nach vorne schauen, weiterarbeiten und uns durchkämpfen. Es bringt nichts, sich über die zahlreichen Verletzten zu beklagen, wir haben einen Job auf dem Eis zu erledigen und müssen positiv bleiben.
Du bist in diesem Jahr neu zum EHCB gestossen. Mal abgesehen von der sportlichen Lage, wie hast du dich eingelebt?
Mega gut, sehr schnell. Ich wurde schon während dem Sommertraining herzlich aufgenommen. Alle sind sehr hilfsbereit und die Jungs haben mich grossartig aufgenommen. Ich habe mich gut eingelebt. Im Sommer war ich viel am See, wenn es heiss war auch schon in der Taubenlochschlucht. Ich bin gerne in der Natur unterwegs. Ich freue mich sehr, hier sein zu dürfen.
Worauf freust du dich jetzt am meisten in den nächsten Monaten?
Wenn es wieder aufwärts geht. Wir waren in vielen Spielen nah dran und wurden oft nicht belohnt. Aber wir arbeiten hart und dieser Einsatz wird sich längerfristig sicher auszahlen. Persönlich freue ich mich, wenn ich wieder aufs Eis gehen und spielen kann. Ich muss jetzt zuerst aber noch Geduld haben.
Interview: Mirio Woern
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